Carthago I e-line 61 LE LX

CARTHAGO  -

 

von der Bestellung bis zur Übergabe und Jungfernfahrt

 

oder Pleiten, Pech & Pannen

 

 

 

 

 

Es war nicht unser Ziel ein neues Wohnmobil zu kaufen! In Aldenhoven bei Aachen war ein vier Jahre alter Morelo 920 recht günstig zu verkaufen. Den wollten wir uns rein Interesse halber am 4. Juni 2019 einmal ansehen. Das Fahrzeug entsprach aber nicht unseren Vorstellungen, und wir machten uns wieder auf den Heimweg. Nach wenigen hundert Metern sahen wir rechts der Straße einen großen Carthago-Händler. Na, man könnte sich ja mal einen Carthago ansehen.

 

Wir wurden freundlich empfangen und gefragt, ob wir etwas Bestimmtes suchen. Eigentlich nicht, aber wenn, dann etwas Größeres mit Längsbetten und ausreichend Zuladung. Man hatte etwas für uns – einen e-line chic 61 LE LX. Wir sahen uns das Fahrzeug längere Zeit an und es wurde immer klarer – das könnte etwas für uns sein. Ausgestattet mit Prospektmaterial und Preislisten machten wir uns auf den Heimweg.

 

Drei Tage später saßen wir wieder in Aldenhoven und unterschrieben den Kaufvertrag. Das Fahrzeug war schon relativ komplett ausgestattet, mit

 

  • Super Paket
  • Sky Dream Comfort (Entfall Hubbett)
  • Motorvariante '180 Multijet, 180 PS, Diesel
  • Automatisiertes Schaltgetriebe 6-Gang
  • 16“ Alufelgen Fiat "heavy" Chassis
  • Außenfarbkonzept "silvedine"
  • Toilette Thetford mit Umpumpsystem und Fäkaltank
  • Aluriffelblechboden in Heckgarage
  • TecTower Kühlschrankkombination
  • Kaffee Kapselmaschine
  • TFT Vorbereitung bei Längseinzelbetten
  • Teppichboden Wohnraum und Fahrerhaus
  • Polster Leder Sand Performance
  • Carthago Schlafwelt & Dekoset
  • SAT-Anlage CryStop 85er 52 Twin skew motion
  •  Solaranlage 2x 100 Watt
  • Markise Omnistor 9200, 6 m manuell
  • Rückfahrkamera
  • LED Flachbildschirm 40" incl. elektr. Auszugssystem
  • Dach-Klimaanlage TRUMA Aventa Comfort
  • TV Heck 24" mit Schrankauszug
  • Hubstützenanlage AL-KO HY 4
  • Auflastung 5,4 t AL-KO HY-4

 

 

Folgende Komponenten waren noch nicht montier und mussten noch nachgerüstet werden: 

  • Klimaanlage Truma Aventa Comfort
  • SAT-Antenne
  • 2. TV-Gerät im Schlafbereich
  • Außenmarkise
  • AL-KO Hy4 – Hubstützen         
  • 6 Sommerreifen mussten gegen Allwetterreifen gewechselt werden.

Der Kaufpreis für das so ausgestattete Fahrzeug belief sich auf € 159.920. Die Übergabe wurde für das Ende der 2. Juliwoche 2019 vereinbart.

 

Zwei Tage vor dem geplanten Übergabetermin 12. Juli 2019 wurden wir informiert, dass es eine kleine Verzögerung geben würde – man habe in der Nacht zuvor auf dem Gelände eingebrochen und eine größere Anzahl Fahrzeuge aufgebrochen, zudem seien die Hubstützen nicht rechtzeig geliefert worden. Als neuen Übergabetermin wurde dann der 16. Juli 2019 festgesetzt.

 

Am Morgen des 16. Juli wurden wir dann tel. informiert, dass es eine weitere Verzögerung, dieses Mal nur von 2 Stunden geben sollte. Leider wäre die Markise auch nicht rechtzeitig geliefert worden, es könne aber sein, dass sie im Laufe des weiteren Vormittages noch einträfe, mussten wir hören.

 

Wie vereinbart, waren wir um 14:00 Uhr zur Übergabe vor Ort. Der rote Teppich war ausgerollt, Champagner stand bereit, nur von unserem Fahrzeug war nichts zu sehen. Wir mögen uns noch etwas gedulden, am Fahrzeug würde noch montiert. Unser Zeitplan geriet durcheinander, denn wir hatten uns für 16:00 Uhr schon mit einem Keramik-Versiegelungs-Fachbetrieb in Moers verabredet. Diesen Termin haben wir dann auch erst einmal wieder canceln müssen und uns vorsorglich erst auf den kommenden Vormittag verständigt.

 

Irgendwann gegen 16:00 wurde dann unser Fahrzeug vorgefahren und die Einweisung begann. Ein Verkäufer – angeblich privat auch Fahrer des gleichen Fahrzeuges – nahm die Einweisung vor, für uns nicht zufrieden stellend, wie wir leider sagen müssen. Fragen konnten vielfach nicht beantwortet werden. Teilweise mussten Monteure hinzugezogen werden um Fragen zu beantworten. Zudem war das Fahrzeug außen und innen, vorsichtig formuliert, in einem nicht perfekten Zustand, was wir auch im Übergabeprotokoll vermerken ließen. Eine Komplettreinigung bei der ersten Inspektion wurde uns daraufhin zugesichert.

 

Des langen Wartens überdrüssig verließen wir dann endlich gegen 18:00 Uhr mit unserem neuen Fahrzeug das Gelände – natürlich ohne Markise, die dann später nachgerüstet werden sollte.

 

Am nächsten Vormittag brachten wir dann das Fahrzeug zur Keramik-Versiegelung nach Moers. Einen Tag später konnten wir es abholen. Der Versiegeler empfing uns gleich mit den Worten, dass er ein solches Fahrzeugdach eines Neufahrzeuges noch nicht gesehen habe. Es sei über und über mit schwarzen Fußtritten, die von verschmiertem Silikon herrührten verunreinigt und er habe etliche Stunden Mehraufwand gehabt, das Dach komplett von Silikon zu befreien. Er wies auch gleich auf zu erwartenden Wassereintritt durch liederliche Abdichtungen der Dachdurchführungen und Dachdurchbohrungen hin und legte auch gleich entsprechende nachfolgende Fotos vor.

 

Den Höhepunkt stellte jedoch ein auf dem Dach vergessener Bohrer von erheblicher Größe darder bei einer Vollbremsung vorausfahrende Fahrzeuge erheblich hätte beschädigen können und im schlimmsten Fall deren Insassen erheblich hätte verletzen oder gar töten können.

 

Die Dichtung einer Seitenklappe stand vor.  Das wäre normal und ließe sich auch nicht beheben, erklärte uns der Verkäufer!

 

Bei einer persönlichen Besichtigung des Daches wurde dann noch festgestellt, dass nicht die mit einem Auto-Skew bestellte SAT-Antenne, sondern eine ohne montiert worden war.

 

Alle genannten Mängel wurden dann am 5. August 2019 behoben und die fehlende Markise nachgerüstet.

 

Danach gingen wir auf eine weitere Tour. Bei km-Stand 1800 fiel eine Schiebetür aus der oberen Laufschiene. Eine Reparatur vor Ort war nicht möglich, da das Gewinde des Führungsscharniers beschädigt war.

 

Um weitere Schäden zu vermeiden bauten wir die Türe vollständig aus und stellten sie in die seitliche Versenkung zwischen Bad und Schlafraum.

 

Während der Tour haben wir dann auch die zur Ausstattung des Fahrzeuges gehörende Kaffee-Maschine ausprobiert, mit dem Ergebnis, dass kein Kaffee in der Tasse ankam, dafür aber aus allen Löchern brauner Kaffee bzw. das durchtränkte Kaffee-Pulver sich über die Küchenarbeitsplatte ergoss. Die Maschine war defekt und stach die Alu-Kapsel nicht vollständig durch.

 

Nach wenigen Tagen Standzeit zu Hause stellten wir dann eine Undichtigkeit an der linken hinteren Hubstütze fest.

 

Ein weiterer Ölfleck zeigte sich unter dem Motor - eine FIAT-Angelegenheit. Es stellte sich heraus, dass es sich um Getriebeöl handelte, das aus einer wohl nicht fest genug angezogenen Dichtungsschraube am Getriebe entweichen konnte.

 

Zwischenzeitlich hatte sich die Silikon-Dichtung zwischen Seitenwand und Arbeitsplatte in der Küche gelöst. Auch das musste nachgebessert werden.

 

Austausch der Hubstütze, Reparatur der Schiebetür, Austausch der Kaffee-Maschine (leider war nur eine gebrauchte Nespresso-Maschine zur Verfügung) erfolgte dann am 24. September 2019 in Aldenhoven. Die Schlafraumtür war schnell repariert. Der Monteur sagte er habe nur ein neues Gewinde in den Lauf-Schlitten geschnitten und schon passte die Schraube des Scharniers wieder. Bei der Kontrolle seiner Arbeit stellten wir fest, dass die Tür vollkommen schief hing. Das könne so nicht bleiben sagten wir ihm, worauf er antwortete, dann dauere es noch einmal drei Stunden. Er hat es dann doch etwas schneller geschafft. Für die ganze Aktion wurden aber wieder sechs Stunden benötigt und war für uns ein weiterer verlorener Tag.

 

Einen Tag zuvor hatten wir noch die Garage bei chrismotec in Polch ausbauen lassen. Das ist eine Empfehlung!

 

Fotos zu den geschilderten Mängeln & Einbauten

Heckgaragenausbau bei Chrismotec in Polch