Winter 2021 - 2022 "Spanien"

21.12.2021: Noch immer ist Europa in den Fängen von Covid19 gefangen. Nach einem relativ ruhigen Sommer breitet sich jetzt die Mutation Omikron rasend schnell aus und weitere restriktive Maßnahmen sind zu befürchten. Erste Ausbrüche auf spanischen Campingplätzen werden gemeldet bis hin zu Schließungen.

 

Dennoch ist unser Plan am 26.12.2021 zu starten. Folgende Route haben wir für die Anfahrt geplant.

Danach wollen wir mal schauen wie das Wetter sich so entwickelt. Wir werden darüber berichten.

 

Am 26.12.2021 sind wir gegen 9:00 zu Hause abgefahren Richtung Saarburg. Den dortigen Reisemobilstellplatz hatten wir uns als erstes Etappenziel gesteckt. Während der Durchfahrt in Trier hatte sich das Stützrad des Anhängers gelöst und rollte munter mit, bis uns zwei Autofahrer darauf aufmerksam gemacht haben. Das Problem war schnell behoben und gegen 15:30 erreichten wir nach einigen Ortsumrundungen den Stellplatz- Nur wenige Fahrzeuge standen dort, so dass wir uns einen Platz aussuchen konnten auf dem wir den Hänger nicht abhängen mussten. Das Wetter war scheußlich, so dass wir nur zum Bezahlen das Auto verlassen haben.

 

 

27.12.2021                                                                                                    Nachdem es hell war machten wir uns auf den Weg nach Schengen zum Tanken. Das Navigationssystem hatte ganz andere Vorstellungen von einer schnellen LKW-Route wie ich. Für die rund 40 km brauchten wir über Berge mit Serpentinen, engen Dorfdurchfahrten, Stock und Stein fast eine Stunde, haben dann aber in Remich getankt zu € 1,353. Die Fahrt über die Autobahn verlief in meist strömenden Regen einwandfrei. Gegen 16:00 erreichten wir unser zweites Etappenziel Sennecey-le-Grand.                                                                                                                           

 

 

28.12.2021

 

Man glaubt es kaum, heute haben wir mal so richtig ausgeschlafen. Es war 8:45 als ich wieder das Licht der Welt erblickte. Wenn schon verschlafen, dann wenigstens lange und ausgiebig frühstücken. Folglich sind wir erst gegen 10:00 aufgebrochen, nachdem wir zuvor noch das Ziel gewechselt hatten. Heute also nur 250 km bis Grane zur Domaine Distaise, einem Weingut mit angeschlossenem „Hotel“, einem Shop und einem Restaurant, das jedoch geschlossen hatte.Die Anfahrt mit Hänger war nicht einfach und es kam was kommen musste, einmal zu weit eingeschlagen und das falsch montierte Reserverad hat den Weißen Riesen touchiert und zwei kleinere Schäden verursacht

 

Das Wetter blieb schlecht, Regen, Regen und nochmal Regen!

 

 

29.12.2021

 

Schon in aller Frühe starteten wir weiter gen Süden. Das Ziel hatten wir verändert von Empuriabrava in Cabanes, auf den Stellplatz Lidia. Den zu finden tat sich das Navi mehr als schwer. Mit dem ganzen Gespann mussten wir durch den Ort Cabanes, der so eng war, dass teilweise wirklich nur noch ein Blatt Papier zwischen Womo und Hauswänden, Balkonen und parkenden Autos passte. Egal, wir sind ohne Blessuren durchgekommen. Nur dort wo der Stellplatz sein sollte nach HACOs Koordinaten war nichts. Wir recherchierten im Netz wo der Fehler hätte liegen können, als uns ein freundlicher Einheimischer ansprach, ob wir Probleme hätten. Hatten wir – und wie. Er bot an uns zum Stellplatz zu geleiten und fuhr mit seinem Auto vor, über gut ausgebaute Feldwege, in die wir nie reingefahren wären. So erreichten wir den Stellplatz Area Autocaravanes Lidia, einfach aber zweckmäßig. Die Zufahrt ist nicht ganz einfach mit Hänger, aber im Gelände ist ausreichend Platz vorhanden das ganze Gespann angehängt stehen zu lassen. Freundlicher Empfang durch die Chefin, freie Platzwahl und 10 Euro ohne Strom. Agnes hatte gleich Kontakt zu zwei netten Geesthachtern, mit denen wir dann ein Bier auf die gute Ankunft getrunken und einige Zeit Erfahrungen ausgetauscht haben.

 

 

30.12.2021

 

Es war noch dunkel als wir uns auf den Weg zu Spätzle Fritz machten, aber wir wollten früh genug ankommen, um noch einen Platz zu bekommen; denn die Nachrichten aus dem Netz signalisierten ständig gute Auslastung. Gegen 12:00 Uhr erreichten wir den Stellplatz. Es war noch ausreichend Platz vorhanden. Der neue Platzwart wies uns einen geeigneten Platz zu, neben zwei Oberhausener Rentnern, auch mit Womo und Hänger, mit denen wir uns gut unterhielten. Um 14:00 öffnete das Restaurant und wir hatten einen schönen Platz auf der Terrasse. Cristina hatte vor vier Wochen ein Baby bekommen und Rada wusste nicht mehr wie sie dem ganzen Ansturm noch Herr werden sollte. Am Vortag waren 70 Fahrzeuge auf dem Platz und sogar auf dem Tennisplatz nebenan wurden noch welche untergebracht.

 

Wie schon fast Tradition gab es wieder Zigeunerschnitzel und das erste spanische Bier und das auf der Terrasse bei strahlend blauem Himmel und 20° im Schatten.

 

 

31.12.2021 Silvester

 

Wir haben uns entschieden noch einen weiteren Tag zu bleiben. Die Wetteraussichten sind gut, das zu erwartende Silvester-Essen auch, also machen wir mal Pause.

Gegen Mittag fahren wir noch kurz mit den Rädern um Einkaufen. Der nächste Supermarkt ist nach Angaben der Nachbarn nur 4 km entfernt. Offenkundig haben wir den richtigen Weg verfehlt. Nach 10 km, teilweise über Stock und Stein durch endlose Orangenplan-tagen, sind wir dann in Uldecona gelandet, wo wir eigentlich überhaupt nicht hin wollten. Na, da gab es dann auch einen Supermarkt – wenigstens etwas bei den ganzen Umwegen.

 

 

 

In dieser Gegend taugt auch Google Maps nicht mehr zur Orientierung. Auf unserem Irrweg kamen wir auch an dem Sterne-Restaurant Les Moles vorbei,

 

 

ohne jedoch dort einzukehren.

 

So wurden es am Ende 22 km bis wir wieder auf dem Stellplatz ankamen. Genau die richtige Zeit zum Mittagessen. Heute Silvestermenue, mit leicht angezogenen Preien. Die Grillplatte vom iberischen Schwein schlug mit € 24,90 pro Person zu Buche, war aber auch sehr gut. Danach haben wir den Tag in Ruhe ausklingen lassen, sind, ob des miserablen Fernsehprogramms, um 21:00 Uhr zu Bett gegangen und haben, fast wie schon üblich, den Jahreswechsel verschlafen, wohl nicht zuletzt, weil es die Nachbarn genau so gemacht haben. Wir haben keinerlei Lärm oder Feiergeräusche gehört.

 

 

 

1. Januar 2022

 

Wir entschließen uns nach dem Frühstück weiterzufahren. Ziel ist der Stellplatz Vista Montana in Salinas im Hinterland von Alicante, 313 km Fahrtstrecke.

 

 

Weil uns das Navi etwas irrgeleitet hat, wurden aus den geplanten 313 km wohl fast 80 – 100 km mehr. Wichtig ist, die A 31 zu nehmen und nicht über die A 35 zu kommen. Bei der Ausfahrt Sax die A 31 verlassen, den Ort mit seinen gefühlt 20 Drempeln durchqueren und nach Salinas fahren. Der Stellplatz ist dann über die Koordinate recht leicht zu finden.

 

Der Stellplatz selber ist sehr schön angelegt, auch für große Fahrzeuge gut befahrbar und wird noch ein wenig komplettiert. Strom ist nicht an allen Plätzen vorhanden. Die Kosten liegen bei € 10 / Nacht, Strom mit 3 Amp. kostet € 3, WLAN ist gut und kostenlos. Baguettes werden morgens geliefert, die Betreiber, ein holl. Paar sind sehr freundlich und freuen sich über jeden Gast. Der Twingo wurde zum ersten Mal abgeladen, was problemlos funktioniert hat. Morgen werden wir dann mal die Umgebung erkunden.

 

 

 

2.1.2022

 

Heute haben wir mal das Städtchen erkundet. So saubere Straßen hatten wir in Spanien noch nirgendwo. Den ersten café con leche und den ersten zumo de naranja, natürlich frisch gepresst, gab’s im Café Trivial. Nachdem wir den Twingo getankt hatten, wurde es auch schon Zeit nach dem Mittagessen zu schauen. Das Restaurante Granada Mesón hatte gute Kritiken. Nicht zu Unrecht, wie wir feststellten. Die Tapas, die wir hatten waren recht gut, aber nicht wirklich günstig.

 

 

3.1.2022

Heute stand ein Ausflug an die Küste auf dem Programm. Wir wollten ins mal die Stellplätze in El Campello (Alicante) anschauen. Es war schrecklich anzusehen. Der erste Stellplatz war Playa Muchavista

 

In jedem deutschen Parkhaus ist mehr Platz. Markise ausdrehen nur auf besonderen Plätzen möglich, alles total überfüllt, Schlangen am WC-Ausguss, einfach die Hölle. Schwer zu verstehen wie die Menschen das aushalten.

 

Auf dem nächsten Stellplatz Area Camper El Campello das gleiche erschreckende Bild, dicht an dicht, wie Dosenspargel.

 

4.1.2022

 

Der heutige Tag verlief unspektakulär. Morgens zum Einkaufen zu COVIRAN – Ortíz, dem örtlichen „Tante-Emma-Laden“, gegen Mittag entsorgt, am Nachmittag auf ein paar Tapas wieder zu Mesón Granada, jetzt wohl zum letzten Mal wegen der Touristenpreise (6 Mini-Gambas € 7,--). Wohl das Bier ist günstig ½ l € 2,50. Gegen Abend kam Wind auf, der sich über Nacht zu heftigen Böen ausweitete, die das Auto zum Wackeln brachten.

 

 

5.1.2022

 

Heute haben wir einen Ausflug nach Yecla gemacht, um die Bodega Castano zu besuchen, deren Weine wir früher über die „Weinzeche“ in Essen bezogen haben. Die Bodega ist relativ groß und arbeitet in industriellem Maßstab, was durch die großen Edelstahltanks im Außengelände schon deutlich wird. Im Shop haben wir uns dann mit einigen Flaschen eingedeckt, bei deren Auswahl uns eine Mitarbeiterin freundlich behilflich war.

 

 

Auf der Heimfahrt entdeckten wir in the middle of nowhere die Bar Mucho, Diseminado Encebras 156B, 03650 Pinoso. Der Magen knurrte und so hielten wir an. Eine hervorragende Entscheidung, wie wir festgestellt haben, nachdem wir gegessen hatten. Für € 35,20 eine ausgesprochen gute Leistung, die dort erbracht wurde. Wenn wir die Gelegenheit haben, werden wir wieder dort halten.

 

6.1.2022

Sax, die mittelalterliche Stadt, rund um das alte Castello, haben wir uns heute angeschaut.

Zum Mittagessen sind wir dann wieder in der Bar Mucho eingekehrt und waren dort wieder mehr als zufrieden.

 

Als wir wieder zurückkamen hatte sich ein Camper, obwohl der ganze Platz frei war, bis auf 1,90 an uns herangeschlichen. Die Deppen werden leider nicht weniger. Die meisten Kommentare, die wir auf dieses Foto im Netz erhileten lauteten auf "ANGST".

7.1.2022

Villena hieß unser heutiges Ziel, um eine span. SIM-Karte zu kaufen. An der angegebenen Adresse fanden wir aber statt des Symio-Ladens nur noch eine Dönerbude vor. Der Rückweg führte uns dann merkwürdigerweise wieder zur Bar Mucho; heute für einen Ceasar's Salad und ein Club Sandwich. Wir haben es nicht geschafft.

8.1.2022

Gleich geht es noch einmal zum Einkaufen, um ein paar Vorräte zu bunkern; denn es ist geplant, morgen weiter gen Süden zu ziehen bis ans Mar Menor.

9.1.2022

 

Nach dem Frühstück kurz zur Tanke, den Luftdruck in den Hängerreifen überprüft und dann auf nach Los Alcazares zum Camping Mar Menor. Ausgebucht der Platz, aber wir bekamen einen Platz auf dem Parkplatz des Restaurants Kineta,

 

das ebenfalls zum CP gehört. Dort haben wir dann auch in der ersten Reihe der Außenterrasse einen Tisch zum Mittagessen bekommen

 

Das Essen war recht ordentlich und mit € 49,50 auch nicht zu teuer.

 

 

 

10.1.2022

 

Und wieder schien die Sonne und lud zu einer Fahrradtour entlang der fast 10 km langen Strandpromenade ein. Zunächst ging es vom Campingplatz durch den Schilfgürtel

 

 

bis zum Sporthafen. Unterwegs wurde im Chiringuito La Sirena ein cafe con leche getrunken und auf dem Rückweg dort auch mit ein paar Tapas (wir hatten schon bessere) zu Mittag gegessen. Anschließend haben wir uns noch den Stellplatz Narejos angesehen und festgestellt, dass dort unzählige Plätze (ohne Strom) noch frei waren. Das wäre eine echte Alternative.

 

 

11.1.2022

 

Nachts hat es begonnen zu regnen und so war es auch am nächsten Morgen. Wir entschlossen uns weiterzufahren und hatten uns für den Stellplatz Carpe Diem in Vera entschieden. Bis auf einen Platz (No. 58, direkt an der viel befahrenen Straße) war der Platz voll belegt. Die Parzellen sind recht klein und für Dickschiffe nur bedingt geeignet, erst recht mit Trailer wird das Rangieren sehr schwierig. Wir blieben für eine Nacht, € 10 + € 1 mit Trailer.

 

 

12.1.2022

 

Nach den Stellplatzerfahrungen der letzten Tage – unterwegs haben wir einige hundert Mobile wild an Stränden stehen sehen – ging die Reise, überwiegend im

Regen (erst ab Estepona wurde es besser) direkt nach Conil. Camping Roche erreichten wir gegen 16:00 Uhr. Wir hatten Glück ein schöner Doppelplatz war frei, aber die erste Nacht blieben wir auf einer Nebenstraße stehen und meldeten uns erst mal bei den bekannten Nachbarn an. Ein kurzer Sekt und ein Bier im Stehen, dann ging’s wegen der Kühle zurück zum Womo.

                                                                                                                  

 

13.1.2022

 

Der Schock kam am frühen Morgen. Der uns am Vortag zugesicherte Platz sei reserviert, und wir müssten uns einen anderen Platz aussuchen, was sich als gar nicht so einfach herausstellte. Schließlich entschieden wir uns mit tatkräftiger Unterstützung durch liebe Bekannte für die Doppelparzelle 178/179. Wir hatten nicht entsorgt und die Tanks waren voll. Also mussten wir nach San Fernando in den Baumarkt Verlängerungsschläuche besorgen, die aber dann auch wieder nicht richtig passten. Aber mit Hilfe von Tesa-Panzerband gelang dann auch die Entsorgung  und es scheint, als könnten wir uns auf der Parzelle für längere Zeit aufhalten, ohne das Fahrzeug bewegen zu müssen. Warten wir’s ab!